Read Fräulein Schnitzler. Roman by Gabriele Weingartner Online

frulein-schnitzler-roman

Lili Cappellini, geborene Schnitzler, Tochter von Arthur und Olga Schnitzler, nimmt sich am 26 Juli 1928 neunzehnj hrig in Venedig das Leben Sie war h bsch und hochbegabt und der Augenstern ihres Vaters, der sie abg ttisch liebte Selbst als sie sich in einen um vieles lteren italienischen Milizion r und berzeugten Faschisten verliebt, hintertreibt der Schriftsteller, liberal wie er ist, nicht die Heirat und unterst tzt das mittellose Paar gro z gig ber die Gr nde, die Lili in den Tod trieben, kann bestenfalls spekuliert werden War es die berst rzte, nur kurze Zeit gl ckliche Ehe mit Arnoldo Cappellini Die in der Familie Schnitzler grassierende Melancholie Die berforderung durch den Vater Oder identifizierte sich Lili allzu sehr mit Fr ulein Else aus der gleichnamigen Novelle, deren Lebensweg dem ihren erschreckend hnelt Gabriele Weingartner sp rt in ihrem Roman diesen und anderen Mutma ungen nach und bedient sich dabei einer literarischen Methode, die Arthur Schnitzler erfunden hat einer Art innerem Monolog, der durch eine kontinuierliche u ere Handlung aufgebrochen wird Lili reflektiert, zwei Tage vor ihrem Selbstmord, ihre kurze Vergangenheit, holt ihre privilegierten Wiener Jahre zur ck und l sst die ber hmten Freunde und Bekannten ihrer Eltern Revue passieren Venedig erlebt sie nur mehr als Kulisse, hinter die sie nicht mehr dringen kann....

Title : Fräulein Schnitzler. Roman
Author :
Rating :
ISBN : 3852184991
ISBN13 : 978-3852184999
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : Haymon Verlag Auflage 1 10 Februar 2006
Number of Pages : 180 Pages
File Size : 560 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Fräulein Schnitzler. Roman Reviews

  • Wopat
    2019-05-21 06:49

    Der Text schildert im Stil eines inneren Monologs, den Versuch einer jungen Frau, aus einer schweren existenziellen Krise herauszufinden.Lili die Tochter des berühmten Wiener Schriftstellers ist mit dem viel älteren aber sehr attraktiven Offizier im faschistischen Italien verheiratet. Liebe und Leidenschaft haben die Ehe nur wenige Wochen überlebt, aber nun nach über einem Jahr wird sich Lili eines Morgens bewusst, dass sie schwanger ist.Die Vorstellung Mutter zu werden, ist für sie noch schlimmer als die unglückliche Ehe.Sie malt sich die körperlichen Veränderungen aus, die darauf hinauslaufen, dass sie als Frau erledigt ist.Auch wenn sie sonst große Teile des Tages damit verbringt, Träume zu analysieren, Tagträumen nach zu hängen, sich in endlosen Gedankenketten zu verlieren oder sich in ziellosen Wanderungen durch Venedig zu verlaufen, wird ihr nun klar, dass sie etwas tun muss.Der Weg zu einer "Engelmacherin" ist aber kompliziert und als sie endlich das rettende Haus erreicht heißt es:"Mußte sie wirklich hinein in dieses grässliche Haus? Sie konnte doch ebensogut noch ein bißchen warten."Lili hat ein besonders enges Verhältnis zum Vater. Bei all ihren Reflexionen tritt er in Erscheinung einschließlich seiner literarischen Gestalten. Selbst in dem Augenblick, als sie die erste sexuelle Begegnung mit ihrem späteren Mann hat, muss sie an den Vater denken.Auch umgekehrt ist die Beziehung sehr eng. Der Vater behauptet, nie eine Frau so geliebt zu haben.Dennoch hat sich Lili einen Mann erobert (!) der ganz im Kontrast zum Vater steht antiintellektuell, nationalistisch, dogmatisch.Da der Text sich ganz auf das Reflexionsniveau von Lili beschränkt, findet er darin seine Grenze und so hat das Buch trotz seines schmalen Umfangs auch mal eine Seite die man überblättert. Dennoch ist das Buch allen zu empfehlen, die sich beim Lesen gern in Psyche eines Menschen hineinversetzen und sich dabei etwas Sentimentalität gestatten.

  • Christian Korte
    2019-05-20 05:58

    Zu Hause, in Wien, hatte der Vater sie stets angehalten zur Ordnung, zum Resümee, ihr immer wieder klar zu machen versucht, wie sehr es darauf ankam, gut Bescheid zu wissen über sich, schon damit andere es nicht besser wussten.".Der Roman Gabriele Weingartners leuchtet aus die beiden, letzten Tage im Leben der Lili Capellini, der Tochter Arthur Schnitzlers, die sich -soweit historisch verbrieft - am 26. Juli 1928 neuzehnjährig das Leben nahm. Äußere Handlungen und Ereignisse bilden hier nur einen vagen Rahmen: das Verweilen bei warm- tröstendem Kakao im Caffè Florian, das Herumstreifen in der Stadt, die verwirrt- atemlose Suche nach dem Domizil der Engelmacherin", der Signora di Carlo. Im Mittelpunkt stattdessen das Innenleben der Protagonistin, behutsam, in grandioser Schlichtheit offen gelegt. Die eigentliche Handlung ist schnell erzählt: Nach der Scheidung der Eltern beim geliebten Vater in Wien aufgewachsen, verliebt sich Lili siebzehnjährig bei einem Italienurlaub in einen schmucken, italienischen Faschisten, den sie auf der Straße anspricht und offenbar für sich entflammt, Ehelichung und Übersiedlung nach Venedig folgen, schon nach kurzer Zeit scheint die Liebe vergangen, Überdruss bestimmt den Alltag - doch just in diesem Moment stellt eine Schwangerschaft sich ein. Die Protagonistin will nicht das Kind, will nicht die mit einer Schwangerschaft einhergehenden körperlichen Veränderungen hinnehmen, kämpft, besser ringt um die eigene Unversehrheit, die durch das sich ankündigende Kind unmittelbar in Gefahr geriet. Und so reflektiert Lili ihr Leben, setzt sich auseinander mit dem allgegenwärtigen Vater, dem, der alles hinterfragt und Verständnis zollt, mit dem wenig intellektuellen, aber ehedem Kraft und Macht verströmenden Gatten, mit der Mutter und deren letztendlich verstörend, verletzendes Gebaren, mit Bekannten aus Zeiten der Kindheit und Jugend, aber auch mit denen der Gegenwart, den wenigen. Und am Ende ein Schuss.Gabriele Weiniger gelingt der Entwurf ein ganzen Gesellschaftspanoramas, die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts scheinen auferstanden, akzentuiert die Intellektualität Schnitzlers und seines Umfeldes, die Psychoanalyse Freuds und Erkenntnisse dessen Schülers Theodor Reik, der in einem frühen Werk den Wurm" in den Beziehungen der Familie Schnitzler zu beschreiben wagte, auferstanden in dem Familienwurm" der Lili Capellini. Ein spektakuläres Leseerlebnis. Auch (oder gerade) für Männer.Ich kann das Selbsterlebte vom Erzählten ja gar nicht mehr unterscheiden. Habe ich überhaupt ein eigenes Leben gehabt."