Read Der Mythos vom starken Führer: Politische Führung im 20. und 21. Jahrhundert by Archie Brown Online

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In den letzten Jahren wurden die groen Demokratien von inneren Konflikten erschttert und mit schwerwiegenden ueren Herausforderungen konfrontiert In solchen Zeiten wirkt die Vorstellung verlockend, man msse nur den richtigen politischen Fhrer finden, eine heroische Figur, die alle Probleme resolut in Angriff nehmen wird In seinem epochalen Werk beleuchtet Archie Brown die Erfolge und Misserfolge der grten Demokraten und Diktatoren der vergangenen hundert Jahre und zeigt Wenn wir einem einzelnen Menschen erlauben, viel Macht anzuhufen, ebnen wir den Weg fr gravierende Fehler und im schlimmsten Fall fr katastrophales Blutvergieen Von Hitler und Stalin ber Trump, Putin und Erdo an bis hin zu Brandt, Mandela und Gorbatschow untersucht Brown verschiedene Fhrungsstile und stellt weitverbreitete Annahmen ber politische Wirksamkeit und Strke in Frage Anhand zahlreicher Beispiele belegt er, dass das Modell einer kollektiven Fhrerschaft viel effektiver ist als die Strke eines Einzelnen Eine scharfsichtige Lektre, aus der wir viel fr unsere Gegenwart lernen knnen....

Title : Der Mythos vom starken Führer: Politische Führung im 20. und 21. Jahrhundert
Author :
Rating :
ISBN : 9783549074930
ISBN13 : 978-3549074930
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Propyl en Verlag Auflage 1 9 M rz 2018
Number of Pages : 585 Pages
File Size : 977 KB
Status : Available For Download
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Der Mythos vom starken Führer: Politische Führung im 20. und 21. Jahrhundert Reviews

  • Milchbar9
    2019-06-20 12:42

    Das Volk sei gesegnet, mit einer so starken, geduldigen, abwägenden Führerin? Hören Sie diese Argumente auch in ihrem Bekanntenkreis, ist es das heimlich geäußerte Gut, die Sehnsucht nach einer Frau, die uneitel und bescheiden die Geschicke sachlich, nahezu gerecht nach den Gesetzen der Physik bestimmt? Sehen Sie diesen Führerkult auch heute in den Zeitungen omnipräsent und wahre Abwehrschlachten gegen missliebige Meinungen dazu führend? Gleichwohl keinesfalls den Begriff "Führer" jemals auch nur in einem Hauch zu erwähnen?Archie Brown (AB) legt in diesem umfassend weit gefassten Buch die Probleme aller Kulte über den/die FührerIn dar, die sich vor allem auch auf Medien sowie falsch verstandene Glaubenssysteme gründen, die den guten Vater/Mutter als ontologische Überhöhung ausnutzen und emotionale Stabilität verleihen.AB versteht den Führer nicht in dem Sinne, wie man diesen Begriff heute in Deutschland negativ ausschwingend begreift. Auch Führer großer Parteien fallen darunter (im Sinne von Leader) und es sind die Abhandlungen über die dabei auftretenden Missverständnisse, die dieses Buch so interessant machen. „Der Mythos des starken Führers beruht auf mehreren bedeutenden Missverständnissen.“ Nichts ist beim Wähler vernichtender für eine Partei, als wenn ein Führer zu oft das Wörtchen „ich“ einbaut, wohl wissend, dass die Leistungen aller letzten Endes das oberste Rädchen stützen. „Politische Führer, die glauben, sie hätten einen persönlichen Anspruch darauf, die Entscheidungsfindung in zahlreichen Politikbereichen zu dominieren, und versuchen, ein solches Vorrecht wahrzunehmen, schaden sowohl der guten Regierungspraxis als auch der Demokratie.“Politiker, die Entscheidungen als alternativlos darstellen, verdienen Kritik und in ihrer Endphase hangeln sie sich hilflos wie Helmut Kohl oder seine Nachfolgerin dem Ende zu. Gertrud Höhler hat in ihrem Buch „Die Patin“ die richtigen Analysen schon 2012 dafür gefunden. Führer in Demokratien und in totalitären Regimen gleichen sich an, sie tendieren dazu, die Vergötterung in den Medien (ein fataler Fehler) als Wahrheit anzunehmen, so wie früher Kaiser die Gotteswahl als echt glaubten. „Eine Parteiführung hat die Pflicht, zu verhindern, dass intolerante Extremisten die Organisation übernehmen.“Ein großes Problem bzw. Inkubator für starke, demokratische Führer sieht AB in der Tatsache, dass sich politische Parteien heute kaum mehr unterscheiden und sich alle in der Mitte tummeln. „So stützen sie sich weniger auf die Anziehungskraft ihrer Ideen und Ideale und mehr auf Marketingtechniken, die Medientauglichkeit ihrer Kandidaten und natürlich ihre Fähigkeit, Spendengelder zu beschaffen.“ Die Bestätigung des Führers durch einen lieb-dienerischen Beraterstab nimmt oft bedrohliche Ausmaße an, die Realität wird zugunsten von Optimismus und Support ausgeblendet, die wiederum durch täglich neue Umfragen vernebelt wird.AB skizziert die Gefahren einer wachsenden Plutokratie (Reichenherrschaft), denen sich demokratisch gewählte Führer oft nicht mehr entgegenstemmen können, die zudem weit weniger entscheiden dürfen als man ihnen von den Massenmedien her „zuspitzend zudichtet“ . Ein fragiler Zustand, der in seinen feinen, brüchigen und gefährlichen Bedingungen und Möglichkeiten in diesem Buch gut ausgeleuchtet wird, und zwar bezogen auf die historischen, kulturellen, psychologischen und institutionellen Bezugsrahmen!

  • speedboatcoach
    2019-06-27 15:40

    RezensionDer Titel des Buches weckt Interesse. Das Thema ist brandaktuell und so wurde die englische Originalausgabe aus dem Jahre 2014 mit einem aktualisierten Vorwort versehen und passt zu den brisanten Fragen der heutigen Zeit. Starke Führer sind "in", ob Trump, Putin oder Erdogan, um nur die bekanntesten starken Führer der gegenwärtigen Tagespolitik zu benennen.Archie Brown ist renommierter Politikwissenschaftler und historisch bewandert; zudem schafft er es, aktuelle Themen in den (wissenschaftlichen) Fokus zu nehmen, bleibt in seiner gut lesbaren Schreibweise auf dem Boden der Tatsachen und lässt den Leser problemlos seinen weitreichenden Gedanken folgen.Nach einem Exkurs zum Thema Führung in der Politik, verfolgt er Mythen über vermeintliche starke Führer im zweiten Kapitel. Welche Einflüsse haben sie auf ihre Partei, auf die Bürger eines Landes, auf Wahlergebnisse (soweit demokratisch zu bezeichnende Wahlen stattfinden). Er unterscheidet neudefinierende von transformierender Führung, sowie revolutionäre von totalitärer/autoritärer Führung. Hierbei werden die entsprechenden Theorien mit Beispielen versehen. So fällt es auch nicht schwer, den Gedanken des Autoren zu folgen. Klar wird aber auch: teilweise ergänzen sich diese Stile, es handelt sich nicht um eine strikte Abgrenzung.In seinem Fazit stellt Brown die Frage: welche Art von Führung ist wünschenswert? Sind starke Führer auch wirklich immer effektiv? Aus welchen Motiven handeln sie?Durch die Theorien des Autoren wird der Leser geradezu aufgefordert, eigene Gedanken zu fassen und eigene Antworten auf diese Fragen zu finden.Die Geschichte schreitet fort, dennoch: viele Vorgehensweisen und die hieraus resultierenden Konsequenzen ähneln sich. Warum Politik dafür sorgt, dass es ein stetes Auf und Ab in Bezug auf demokratische Grundrechte, auf machtpolitische Verhaltensweisen und somit auf das tägliche Leben der Bürger hat, hierauf macht dies Buch aufmerksam. Politische Führung ist ein wesentlicher Punkt in Bezug auf politische Stabilität. Hierzu kann der Leser im vorliegenden Werk vieles interessantes und bedenkenswertes erfahren.

  • Fabelhafte Bücherwelt
    2019-07-12 10:47

    Das Buch ist der Wahnsinn! Ja, es ist mit seinen fast 500 Seiten sehr lange. Aber es ist wirklich interessant und gut erklärt.Der Autor brachte mich auf komplett neue Denkansätze. Natürlich weiß ich einiges über die amerikanische Verfassung und auch einiges über die französische Revolution. Aber ich habe diese beiden Ereignisse noch nie miteinander verglichen oder mir gar Gedanken über die großen und schwerwiegenden Unterschiede und Folgen gemacht.Man muss jedoch bedenken, dass es kein Buch ist, dass man mal eben schnell liest. Konzentration und Zeit ist bei dieser Lektüre ebenso wichtig wie ein Grundwissen über die führenden Persönlichkeiten der letzten Jahre überall auf der Welt.Dies ist auch mein einziger richtiger Kritikpunkt. Manchmal wechselt der Autor meiner Meinung nach zu schnell zwischen den Personen, Ländern und Jahreszahlen. Gerade waren wir noch bei Bush in den USA und schon wechseln wir ins Jahr 1938 zum britischen Premierminister Neville Chamberlain, der mit Adolf Hitler "das unglückselige Abkommen" schließt.FazitEs ist ein wirklich interessantes und lesenswertes Buch, welches aber nicht so einfach zu verstehen ist. Man braucht einfach gewisse Grundkenntnisse über die Politik, politische Geschehnisse und berühmte Politiker der letzten Jahre.